Das Familiensystem

Bereits mit dem Zeitpunkt unserer Zeugung, bis weit über den Tod hinaus, gehören wir unserem Familiensystem an. Dabei bestehen wir rein genetisch zu 50% aus unserem Vater und zu 50% aus unserer Mutter.

Wenn wir einen unserer beiden Elternteile nicht achten, nicht wertschätzen, ja vielleicht sogar hassen, so richten sich diese Gefühle auch unbewusst gegen die Hälfte von uns. Brechen wir mit unseren Eltern oder sie mit uns, so brechen wir zwangsläufig auch mit uns selbst.

Dies kann sich in verschiedenen körperlichen und seelischen Krankheiten, beruflichen oder privaten Misserfolgen und vielem mehr äußern.

Doch trifft das nicht immer nur uns selbst. Wir geben ungelöste Konflikte oder nicht verarbeitete, traumatische Erlebnisse (Kriegsereignisse, körperliche Gewalt, sexueller Missbrauch, früher Verlust eines geliebten Menschen...) an unsere Kinder, Enkel oder noch spätere Generationen weiter. Diese sind dann mit uns verstrickt.

Auch Nichten und Neffen können betroffen sein.

Um die Auflösung solcher Verstrickungen geht es bei der systemischen Aufstellungsarbeit. Dabei werden oft auch Ursachen sichtbar, die bisher in der Familie verschwiegen wurden.

Bildlich betrachtet können wir uns vorstellen, dass jedes Familiensystem eine große gemeinsame Familienseele hat, die aus den einzelnen Familienmitgliedern besteht und nur intakt ist, wenn alle Dazugehörigen (auch Fehl- und Totgeburten, Schwangerschaftsabbrüche oder vorangegangene Verlobte) ausreichend geachtet und gewürdigt werden.

Man unterscheidet beim Familienstellen zwischen der Herkunfts- und der Gegenwartsfamilie.

Die Herkunftsfamilie ist die, in die wir hineingeboren werden.

Die Gegenwartsfamilie ist die, in die wir einheiraten.

Nicht gelöste Verstrickungen aus der Herkunftsfamilie können auch Einfluss auf das Zusammenleben in der Gegenwartsfamilie haben.

Da alle Mitglieder eines Familiensystems miteinander verbunden sind, kann eine Aufstellung heilsam für die ganze Familie sein.