Die systemische Aufstellung

Nachdem der Ratsuchende sein Anliegen formuliert und der Aufstellungsleiter familiäre Zusammenhänge erfragt hat, beginnt nun die eigentliche Aufstellung.

Dazu werden Personen ausgewählt, die stellvertretend für Familienmitglieder, Dinge (Geld, Erfolg, Haus...) Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Ängste...), Krankheiten (Burnout, Krebs, Neurodermitis...) und vieles mehr so im Raum positioniert werden, wie der Ratsuchende es als richtig empfindet.

Dies spiegelt sein inneres Bild.

Nun vollzieht sich das Beeindruckendste, für viele völlig Unvorstellbare, an dieser Arbeit.

Die Stellvertreter übernehmen die Gefühle, aber oft auch die Körperhaltung, Mimik, Gestik oder Symptome wie Kopf- oder Magenschmerzen der Personen, die sie repräsentieren. Auch Personen, die für Dinge aufgestellt werden, haben nun Empfindungen.

Alle Stellvertreter sind nun frei in ihren Bewegungen und suchen sich meist einen Platz, an dem sie sich wohler fühlen. Oft kommt es bei ihnen zu sehr emotionalen Ausbrüchen, wenn sie in ihrer Haltung offen bleiben für das Gegenwärtige und zulassen, dass Traurigkeit, Wut, Liebe... endlich gespürt werden darf.

Dies ist ein sehr heilsamer Prozess.

Anwesende Personen, die ein ähnliches Leid wie der Ratsuchende haben, können auch von einer Aufstellung erfasst werden. Sie fühlen sich ebenfalls emotional berührt, wobei sich die Gefühle deutlich von reinem Mitgefühl unterscheiden. Man spürt, dass es sich hierbei um das eigene Problem handelt, für welches durch die fremde Aufstellung ebenfalls eine Lösung angestoßen wird. So ist es also möglich, dass sich Schwierigkeiten in deinem Leben positiv verändern, wenn du nur in einem meiner Seminare anwesend bist.

Eine Aufstellung funktioniert nur, wenn wir uns frei machen von unseren Gedanken und uns öffnen, zu spüren, was da ist.

An unserer Vergangenheit und der unserer Ahnen können wir nichts mehr ändern. Aber wir können durch die Aufstellungsarbeit anerkennen und würdigen, was war, und lernen, die Dinge zu nehmen, wie sie sind.

Dadurch verändert sich unser inneres Bild. Lösungen werden in Gang gesetzt.

Manchmal vollziehen sich diese sofort. Es kann aber auch ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate dauern, bis man die Wirkung einer Aufstellung spürt.

Man kann nicht nur Familienbilder aufstellen, auch andere Systeme, denen wir angehören (z.B. Beruf und Heimat), lassen sich auf diese Weise repräsentieren. Konflikte am Arbeitsplatz, Entscheidungen bzgl. Job- oder Wohnortwechsel, aber auch jede andere Art von Entscheidung und auch das Sich-nicht-entscheiden-können, lassen sich hervorragend aufstellen.

Wichtig ist jedoch, dass das Anliegen eine Ernsthaftigkeit beinhaltet. Dass z.B. ein gewisses Maß an Leidensdruck dahintersteckt.

Aufstellungen aus reiner Neugierde haben meist zu wenig Energie um eine Bewegung der Seele erkennen zu lassen.